Was wäre der Mensch ohne seine Sinne?

Wir erblicken, begreifen, fühlen, hören, riechen oder schmecken unsere Welt. Das macht den Menschen aus. Würden sie uns weggenommen, hätten wir nichts mehr, woran wir uns festhalten können. 

 Blind, taub, stumm, ohne die Nuance eines Geruchs, der vielleicht eine Erinnerung bringen könnte, ohne verführerischen Geschmack würden wir in einer endlosen Schwärze verharren.

Eine grauenhafte Vorstellung. Deren wir uns aber immer wieder bewusst werden sollten. 
 Denn wir bewegen uns sehenden Auges durch diese Welt, ohne wirklich zu erkennen. 

 Wir dröhnen uns zu mit dem Lärm der Umgebungsgeräusche, ohne sie bewusst wahrzunehmen. 
 Essen wird achtlos heruntergeschlungen oder gar weggeworfen, statt das Mittel zum Leben in seiner Vielfalt zu würdigen, denn die Zeit ist knapp.
 Künstliche Düfte, überall gut verpackt, hindern uns daran den natürlichen Geruch wahrzunehmen. Alles wird überlagert. 

 Wir haben verlernt hinzuhören, wenn andere Wesen mit uns kommunizieren. Zu viele eigene Gedanken beschäftigen uns und wollen heraus. 
 Soziale Distanz verhindert das menschliche Bedürfnis nach Nähe, nach Berührungen. 

Wir leben in einer Welt, in der „höher – schneller – besser“ uns und unsere Ressourcen aktuell gegen die Wand fährt.

Und da kommen die besonders feinfühligen Menschen ins Spiel. Sie haben das ausgeprägte Einfühlungsvermögen für die notwendige Balance zu sorgen.

Sie sehen nicht nur mit den Augenn, sondern erfassen das, was sich dahinter verbirgt. 
 Sie hören die feinen Zwischentöne.
 Sie riechen und schmecken in einer Intensität, die fast unerträglich ist.

 Für einen normalfühligen Menschen ist die Explosion an Eindrücken nur ansatzweise nachvollziehbar. Wenn man ihn zum Beispiel unter Drogen setzen würde. Was keineswegs eine Aufforderung sein soll. Dieses Empfinden wäre nicht zu eigen, sondern nur künstlich erzeugt. Und kommt nur annähernd an die Emotionen eines hochsensitiven Menschen heran.

Am Ausgeprägtesten ist die Gefühlswelt eines Hochsensiblen, die manchmal zum Wirbelsturm anschwellen und nur durch die Stille oder den Rückzug wieder geglättet werden kann.

Die jeweilige Ausprägung aller Sinne ist auch bei den Feinfühligen unterschiedlich. Jeder ist individuell. Doch viele haben gelernt, in der Masse mitzuschwimmen. Sie wollen nicht auffallen - aus der Rolle fallen, die die Gesellschaft dem Individuum Mensch zugedacht hat.

Doch jetzt ist es mehr als zuvor die richtige Zeit für sich und andere einzustehen. Durch ihre feine Gabe des Zwischenmenschlichen können Feinfühlige das Ungleichgewicht wieder geraderücken. Sie können nicht nur den harmonischen Umgang miteinander vorleben, sondern auch die Achtsamkeit mit der Natur. Denn ihr sind sie oft auf eine intensive Art tef verbunden.

Deshalb lasst uns zurückbesinnen, was das Menschliche ausmacht - mit all seinen Sinnen. Mit Empathie. Kostet es aus und erkennt euch selbst, lernt wieder genau hinzusehen. Auch das, was hinter der Fassade ist. Hört bei einem Gegenüber das, was er nicht sagt. Begegnet euch mit Respekt und Wertschätzung. Denkt und handelt wieder mehr mit eurem Herzen. Damit die Menschlichkeit nicht auf der Strecke bleibt. Denn sie ist das Wichtigste, was uns ausmacht.

© Gesa`s Lebensschmiede